Gehaltsverhandlungen im Private Equity

Warum scheitern Gehaltsverhandlungen im Private Equity?

Gehaltsverhandlungen im Private Equity Sektor stellen eine Herausforderung dar. Die Möglichkeiten der Vergütung sind vielfältig. Es gibt nicht wie in großen Unternehmen ein Standard Schema ‚Fix plus Variabel plus Auto‘.

Während in vielen Branchen die Barvergütung im Mittelpunkt steht, sind PE-Manager vielmehr von der Möglichkeit angetrieben, an der Wertschöpfung der Portfoliounternehmen zu partizipieren.

Verschiedene Fallstricke können den Erfolg solcher Verhandlungen behindern. Kandidaten sind demotiviert, sagen im schlimmsten Fall ab; der Investor findet die Forderungen überzogen. Oft scheitern Gehaltsverhandlungen wegen:

Unklarer Ziele
Überzogener Erwartungen
Ehrgeiz, (selbstbewusste) Top-Kandidaten ‚günstig‘ zu bekommen
Fehlender Datenqualität zu Vergütungs-Niveaus im C-Level in bestimmten Branchen
Abweichende Meinungen zum Investment Case und zum Risiko
Fehlender Transparenz bei Vergütungsprinzipien (Vesting, vorzeitiges Ausscheiden)
Schlechter Verhandlungsstrategie auf beiden Seiten (!)

Künftige PE-Manager müssen aufgrund ihrer längerfristigen Bindungen in Investments analysieren, welche Altlasten oder Risiken bestehen. Künftig werden ESG-Kriterien noch dazu kommen, was die Sache noch komplexer werden lässt. (Quantifizierung, Messung)

Daher empfehlen sich folgende Herangehensweisen:

1.   Klare Zieldefinition: – Sowohl für Kandidaten als auch für Investoren ist es essentiell, von Beginn an klare Ziele und Erwartungen zu kommunizieren.
2.   Transparenz: – Offenheit in Vergütungsprinzipien fördert Vertrauen. (Die Prinzipien sollten da sein, bevor man das Verhandeln beginnt.)
3. Abwägen der Risiken: – Beide Seiten müssen das Gleichgewicht zwischen Risiko und Vergütung genau abwägen.
4.   Langfristiges Denken: – Fokus auf langfristige Wertsteigerung, nicht nur auf sofortige Barvergütung. Kandidaten, die in Bezug auf Ihren Bedarf an Cash keine überzogenen Forderungen haben, sind klar im Vorteil.

Wie gehen Sie/ wie geht Ihr mit den Herausforderungen von Gehaltsverhandlungen in der PE-Branche um? Welche Gründe für das Scheitern gibt es aus Ihrer/Eurer Sicht noch? Haben Sie/ habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie kann man künftig ethische Überlegungen und Wertsteigerung kombinieren?

In einem nächsten Posting beschäftigen wir uns mit der Frage, auf welche Details beide Seiten ihre Aufmerksamkeit bei den Verhandlungen richten sollten.

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Melanie Kleemann

Mit dreifacher internationaler Vorstandserfahrung, unter anderem für die IKEA Group, Vorwerk International und die Peek & Cloppenburg Gruppe, blickt Melanie Kleemann auf eine umfassende Karriere entlang der gesamten Value Chain zurück. Ihr Herzstück und ihre Leidenschaft lagen dabei seit jeher in den Bereichen kommerzielles Wachstum sowie (digitale) Transformation.

Ihre internationale Führungskompetenz wurde maßgeblich durch globale Rollen und mehrjährige Auslandsaufenthalte in Schweden und der Schweiz geprägt.

Melanie ist Partner bei TALENTspy und verantwortet die Bereiche Commercial Excellence, Consumer&Retail, Private Equity. Mit feinem Gespür für Markt-Dynamiken und exklusivem Zugang zu Spitzenkräften unterstützt sie Corporate-Entscheider, Private-Equity-Investoren, Gesellschafter und Aufsichtsräte dabei, kritische Schlüsselpositionen diskret, treffsicher und mit nachhaltigem Wertzuwachs zu besetzen.