Vom Krisenmanagement direkt ins Stockbett

Eigentlich ist mein Standard im Urlaub klar definiert: Wellness, exzellenter Service, ein guter Wein. Alles mit Understatement, aber eben mit Genuss.

Meine Söhne hatten zu meinem Geburtstag eine andere Idee. Ihr Geschenk: Vier Tage Wandern auf Mallorca. „Back to the roots“.

Kleiner Rucksack. 8 Stunden Marsch pro Tag. Übernachtung in einfachsten Jugendherbergen.

Die Realität: Wer hier schläft, bezieht sein Bett selbst.

Da stehst du als Managing Partner einer Executive-Search-Boutique vor einem kratzigen Laken und merkst: Strategische Weitsicht hilft dir absolut gar nichts gegen die Tücken eines Etagenbetts. Während meine Jungs schon grinsend in ihren Kissen lagen, habe ich noch mit der Geometrie der Bettwäsche gekämpft.

Abendessen? Kein Sommelier. Nur ein kräftiger Eintopf.
Und ganz ehrlich: Nach 15 Kilometern in den Knochen schmeckt dieser Eintopf besser als jedes 5-Sterne-Menü.

Was dieser „Entzug“ für mich als Unternehmer bedeutet hat:

1/ Befreiung durch Ballast-Abwurf
↳ Wenn du nur das trägst, was in den Rucksack passt,
↳ schrumpfen die „dringenden“ Business-Probleme auf Ameisengröße.
↳ Wir schleppen im Management oft zu viel mentalen Ballast mit uns herum.

2/ Der Luxus der Stille
↳ Die ersten Stunden ohne Netz sind wie kalter Entzug.
↳ Der Daumen zuckt zum Smartphone – Phantomschmerz.
↳ Aber dann entsteht Platz für echte Gespräche mit meinen Söhnen.
↳ Ohne digitales Grundrauschen.

3/ Wahre Erholung ist radikal offline
↳ Absolute Erreichbarkeit macht uns nicht effizienter, sondern getriebener.
↳ Die Funkstille im Gebirge hat meinen Fokus wieder scharfgestellt.

Mein Fazit:
Diese Tage haben keine operativen Probleme gelöst. Aber sie haben die Perspektive gerade gerückt. Ich bin ohne Empfang zurückgekommen, aber mit einer Klarheit, die kein Wellness-Resort der Welt bieten kann.

Ich bin jetzt wieder zurück im Business – dort, wo Leadership in der Krise zählt. Aber das Gefühl von diesem einfachen Eintopf und der Ruhe am Berg nehme ich mit in die nächsten Meetings.

Wann hast du das letzte Mal bewusst den Stecker gezogen?

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