Top-Kandidaten haben 3 Dinge nicht: Zeit, Geduld, Lust auf Starre

Genau hier brechen viele Prozesse.


Meine Partner und ich erleben das jede Woche live in Suchmandaten.

CFO im Carve-out.
CPO mitten im Re-Design.
CEO in der Transformation.

Wir telefonieren kurz. 15 Minuten. Maximal.

Schon im ersten Call höre ich von den Top-Kandidaten Sätze wie:
– „Ich kann nicht Monate warten und dann 5 Gespräche in 6 Wochen machen.“
– „Ich reise jede Woche, ich brauche flexible Termin-Slots.“
– „Ich mache keinen 90-Minuten-Case am Abend.“

Leider kein Einzelfall, sondern ein Muster.

Intern auf dem Papier sieht der Prozess oft professionell aus, klar,
sauber dokumentiert und mit vielen Stufen.

Auf der Folie wirkt das professionell.
Im Alltag von Top Kandidaten wirkt das wie Blockade.

Typische Abläufe, die wir sehen:
– 45 Minuten erstes Gespräch in zwei Wochen
– 90 Minuten Case zwei Wochen später
– Dann wird dieser doch nochmal verschoben
– viele Wochen später ein Panel mit 4 bis 5 Personen
– Gesamtprozess: 3-6 Monaten

Das ist zu lange um das Momentum aufrecht zu erhalten und der
Kandidat verliert das Vertrauen und Interesse.

Erstklassige Kandidaten haben auch in Krisenzeiten 2-3 Alternativen.

Und genau da kippt der Prozess: Termine sind fest, aber nicht passend, „Sonderwünsche“ gelten als „Störung“ und kleine Anpassungen brauchen
mehrere Freigaben

Das Signal nach außen wirkt wenig souverän, nicht unternehmerisch und
sehr starr. Am Ende unterschreibt nicht die stärkste Person. Am Ende
unterschreibt die geduldigste Person.

Für Unternehmen in Transformation ist das teuer. Zeit, in der kein Leader an Bord ist, kostet schließlich Wert.

Was machen Organisationen, die Top-Leute gewinnen, anders?

Sie wählen Struktur, aber kein Korsett.

Zum Beispiel:
– gebündelte Gespräche an einem halben Tag
– klarer Fast-Track für C-Level
– Remote-Vorab-Call statt zusätzlicher Runde vor Ort

Sie sehen Flexibilität als Reifezeichen:
– Wünsche bedeuten Seniorität, nicht „schwierig“
– Asymmetrie ist ok, wenn Verantwortung hoch ist
– Augenhöhe beginnt im Prozess, nicht erst im Vertrag

Sie denken unternehmerisch im Recruiting:
– „Wie nutze ich diese Chance?“ statt „so machen wir das immer“
– Zeitfenster des Kandidaten ist Teil der Business-Realität
– Speed und Klarheit haben Priorität vor Prozess-Komfort

Struktur bleibt natürlich wichtig. Aber sie braucht Luft zum Atmen.

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