Jetzt sollten Sie aufpassen !
Das Interview ist gut gelaufen. Sie haben mit dem Interviewer über Ihre beruflichen Stationen und Erfolge gesprochen, Sie haben über das Geschäftsmodell, das zur Debatte steht, diskutiert. Sie konnten geschickt die Kenntnisse und Erfahrungen einbringen, die genau die Punkte treffen, die bei Ihrem potenziell neuen Job den größten Bedarf für Transformation darstellen.
Sie haben über persönliche Dinge gesprochen, ja, Sie hatten sogar das Gefühl, dass Sympathie aufgekommen ist. 💙 Das Package stimmt. Sie sind wechselbereit. Sie sind sich einig über die nächsten Schritte, sollten die Entscheider Sie durchwinken.
Oder: alle bisherigen Interviews sind gut gelaufen. Man hat starkes Interesse an Ihrer Person. 👏 Jetzt haben Sie das finale Gespräch mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden oder Gründer der Holding.
Dann kommt diese harmlose Frage. 😇 Sie muss noch nicht mal eine bewusst gestellte Falle sein oder eine versteckte Prüfung.
👉 1. Stellen Sie bei ’noch offenen Fragen‘ sicher, dass Sie wirklich nichts zum zur Debatte stehenden Geschäftsmodell vergessen haben. Überraschen Sie Ihre Gesprächspartner (wenn nicht schon während des Interviews) mit gezielten Themen, die Ihnen aufgefallen sind – die Sie selber recherchiert haben.
Lassen Sie diese letzte Frage nicht unbeantwortet stehen. ☠️ Sie kann ein Killer sein!
👉 2. Ich halte nichts von schablonenhaften Antwort-Vorlagen. Aber eine stets sichere Antwort ist die Gegenfrage: ‚Wenn wir uns vorstellen, wir beide kommen zu einem Abschluss – welche Fortschritte wären für Sie in, sagen wir mal einem Jahr sichtbar, dass Sie zu der Bewertung kämen, Sie hätten mich als den/die Richtige eingestellt?
Diese Antwort hat viele Vorteile. Sie gibt Ihnen einen Blueprint, was von Ihnen konkret erwartet wird. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Sie zeigt dem Interviewer, dass Sie im Modus der 👉 Umsetzung denken. Und sie zeigt, dass Sie sich schon sehr tief in die Fragestellung hinein versetzt haben, also über den Tellerrand des Interview-Marathons hinaus denken.
Was sind Ihre/Eure Erfahrungen mit Fragen dieser Art – auf der Bewerber- oder auf der Entscheiderseite?
Wer ist schon einmal (wie ich in jüngeren Jahren) in einem Interview in ein Messer gerannt, ohne es zu merken?