Sie glauben, der Personalberater sitzt so etwa ab 9.30h in seinem Büro, mit Blick auf den Odeonsplatz oder vielleicht die Kö?
😇 Geben Sie es zu: so haben Sie es sich in etwa vorgestellt:
Er streichelt sein wohlgenährtes Bäuchlein und verabredet sich dann auf einen Lunch mit seinen Geschäftspartnern – Weit gefehlt.
Ich hatte es mir am Anfang auch anders vorgestellt. 😄
Die Leute, die wir suchen und treffen, sind rar und eingespannt. Ihnen zu begegnen, bedeutet auch persönlichen Einsatz. Sie treffen uns zwar auf Augenhöhe – aber niemand von unserem Klientel wirft komplett seinen/ihren Kalender um, weil der Personalberater sie sprechen möchte.
Das gleiche gilt für unsere Kunden im Private Equity – wer schwächelt, ist raus. Also bewegen wir uns, auch wenn es zu nachtschlafender Zeit sein muss.
Die Dame, die mir den Cappuccino serviert hat, war übrigens seit 12 Stunden auf den Beinen.
Quer durch Deutschland.
Ich habe sie gefragt, wie die Nächte im Zug sind.
‚Hart‘, hat sie gesagt.
Sie bekommt kein Long Term Incentive oder Exit-Bonus.
Ich teile schon einiges, was kritisch über Deutschland in seiner jetzigen Verfassung gesagt wird, aber ich sehe auch viele, die sich nach wie vor mit Energie einsetzen. Kandidaten, die wöchentlich Hunderte von Kilometern pendeln, CEOs und CROs, die sich sehr unangenehmen Aufgaben stellen (müssen), bis hin zu der Dame, die die ganze Nacht den Speisewagen betreibt.
Es gibt also auch viel Gutes. Ulrich Schnabel hat das 2023 in seinem Buch ‚Zuversicht‘ beschrieben – auf die Perspektive kommt es an.