Mein größter Fehler als Gründer? Zu viele Türen offen gelassen und fast die Leidenschaft verloren

Ich erinnere mich noch, als sei es gestern gewesen. Am Anfang meiner Selbstständigkeit wollte ich alles machen.

Ich war vielseitig interessiert, hungrig und wollte meine eigene Vision verfolgen. Jedes spannende Projekt, jede Anfrage, jede Chance die sich mir zeigte, wollte ich umsetzen.

Ich wollte mir alle Türen offenhalten, um nichts zu verpassen.

In der Praxis hieß das: viele Themen, viele Ideen, viele Baustellen,
aber kein klarer Fokus.

Und damit auch: kein klares Gefühl mehr für mein eigentliches Warum.

Irgendwann habe ich gemerkt: So baue ich kein Unternehmen, das mich
wirklich erfüllt. Sondern nur einen gut ausgelasteten Terminkalender.

Der Wendepunkt kam, als ich mein Thema klar gesehen habe:

Eine kleine, starke Boutique im Executive Search.
4–5 Partner, die sich verstehen, ähnliche Werte teilen, und natürlich mit
Top-Kandidaten und spannenden Kunden arbeiten.

Dazu schlanke, Prozesse, die uns schnell, präzise und effizient machen.
Ein Unternehmen, das Substanz hat und das ich einmal gut übergeben kann.

Ab da wurde Fokus mein Leitprinzip. Ich stelle mir bildlich eine Straße vor:
meinen strategischen Korridor.

In diesem Korridor liegen meine Fokusthemen.
Wenn ein Kunde mit einem Projekt kommt, frage ich mich:

Passt das in diesen Korridor?
Wenn nein, dann prüfe ich nur noch:
Bringt mich dieses Unternehmen strategisch weiter?
Oder lenkt es mich nur ab?


Das gleiche gilt für meinen Alltag.
Ich frage mich bei fast allem, was ich tue:

Wie nah ist das, was ich gerade mache, am Umsatz?
Am nächsten am Umsatz bin ich, wenn ich Kandidaten präsentiere.

Viele andere Dinge fühlen sich wichtig an, sind es aber nicht.
IT-Themen, „noch ein Konzept“, „noch ein Tool testen“.
Das kann man delegieren oder später machen.

Leidenschaft bleibt nur, wenn der Kern stimmt: Fokus auf das, was Wert
schafft, für Kunden und für das eigene Unternehmen.

Ich könnte heute auch sagen: Ich lasse mein Netzwerk laufen, nehme mit, was kommt, spare mir Investments in AI, Beratung und Wachstum.
Weniger Stress, genug Geld, mehr Freizeit. Aber das bin ich nicht.

Mein Learning als Gründe und Unternehmer:

Fokus ist nicht Verzicht. Fokus ist der Schutz deiner Leidenschaft.

Wie gehst du als Unternehmer mit Fokus um?

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