Wer nur „Anwesenheit“ kontrolliert, führt kein Unternehmen – er verwaltet ein Museum

Seit über 25 Jahren vermittle ich C-Level Executives. Wenn ich heute mit Private-Equity-Partnern oder Vorständen über Homeoffice spreche, ist das für mich keine philosophische Frage mehr. Es ist eine Frage der Asset-Sicherung.

Ganz direkt: Wer seinen Leuten heute noch vorschreiben muss, von wo aus sie arbeiten, gesteht sich eigentlich nur eines ein: „Ich weiß eigentlich gar nicht genau, wie ich ihre Leistung sonst messen soll.“

Nach über 10 Jahren Remote-Führung und hunderten Besetzungen ist mein Blick auf die Realität im Markt recht klar und vielleicht unbequem:

Präsenz ist die Krücke der Führungsschwachen. Wer Anwesenheit braucht, um „Leistung zu spüren“, versteckt sein Unvermögen hinter besetzten Bürostühlen.

Remote macht nichts schlechter. Es macht nur gnadenlos sichtbar, welche Prozesse und Verantwortlichkeiten schon vorher nicht funktioniert haben.

Die Top-Leute am Markt haben keine Lust auf Kinderbetreuung durch den Chef. Wer heute „Kontrolle“ über Vertrauen stellt, bekommt am Ende genau das Personal, das er verdient: Die Unkreativen, die Dienst nach Vorschrift machen, solange die Lampe brennt.

In meinen Teams – und bei den Mandanten, die den „War for Talent“ 2026 gewinnen – herrscht eine andere Währung:

1/ Klarheit über Ziele.
2/ Volle Verantwortung für Ergebnisse.
3/ Null Toleranz für Mikromanagement.

Die besten Kandidaten, die ich heute auf Shortlists setze, fragen nicht nach dem Obstkorb. Sie fragen: „Führt ihr hier über Impact oder über Stechuhr?“

Wer das 2026 noch als „New Work Trend“ abtut, verwechselt Führung mit Aufsicht. Und Aufsicht ist im Executive-Bereich der sicherste Weg in die Bedeutungslosigkeit.

Hand aufs Herz:
Misst du den Output deiner Leute, oder zählst du noch die Autos auf dem Parkplatz?

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Melanie Kleemann

Mit dreifacher internationaler Vorstandserfahrung, unter anderem für die IKEA Group, Vorwerk International und die Peek & Cloppenburg Gruppe, blickt Melanie Kleemann auf eine umfassende Karriere entlang der gesamten Value Chain zurück. Ihr Herzstück und ihre Leidenschaft lagen dabei seit jeher in den Bereichen kommerzielles Wachstum sowie (digitale) Transformation.

Ihre internationale Führungskompetenz wurde maßgeblich durch globale Rollen und mehrjährige Auslandsaufenthalte in Schweden und der Schweiz geprägt.

Melanie ist Partner bei TALENTspy und verantwortet die Bereiche Commercial Excellence, Consumer&Retail, Private Equity. Mit feinem Gespür für Markt-Dynamiken und exklusivem Zugang zu Spitzenkräften unterstützt sie Corporate-Entscheider, Private-Equity-Investoren, Gesellschafter und Aufsichtsräte dabei, kritische Schlüsselpositionen diskret, treffsicher und mit nachhaltigem Wertzuwachs zu besetzen.