Top-Besetzungen scheitern nicht an Bewertungsmatrizen. Sie scheitern, weil das Gespräch auf Augenhöhe fehlt

Meine Partner und ich sehen viele Prozesse, in denen alles formal stimmt.

Strukturierte Interviews.
Klare Bewertungsmatrizen.
Saubere Protokolle.

Auf dem Papier passt es und trotzdem bleibt ein Restzweifel.
Ein Mandat ist mir dabei besonders im Kopf geblieben.

Die Lage war komplex, mit (wie sehr häufig) hohem Zeitdruck.
Viele Gesellschafter am Tisch und es stand viel auf dem Spiel.

Alle Interviews waren geführt.
Alle Unterlagen geprüft.
Alle Scores lagen vor.

Und trotzdem war die Entscheidung noch offen.

Am Ende gab es einen zusätzlichen Termin.
Kein weiteres Assessment.
Kein großes Panel.

Nur zwei Personen im Raum:
Der designierte CEO und der Hauptgesellschafter.

Zwei Stunden Austausch.
Offen.
Direkt.
Ohne Agenda.

Kein Pitch, keine Folien und auch keine vorgefertigten Fragen.

Sie haben über Erwartungen gesprochen, über Konflikte, Vertrauen und
über die erste Krise, die sicher kommt.

Sie haben geklärt:
Wie treffen wir Entscheidungen.
Wie gehen wir mit Fehlern um.
Wer steht wann hinter wem.

Danach war die Entscheidung klar.
Für alle.

Was dort passiert ist, lässt sich kaum messen.
Kein Tool bildet das ab.
Man spürt es.

Persönliche Präsenz zeigt die Ernsthaftigkeit und sie macht deutlich:
Diese Besetzung ist Chefsache.

Gerade in Transformationen ist das entscheidend, starke Führungskräfte wollen wissen, mit wem sie wirklich arbeiten.

Wer im Sturm neben ihnen steht.
Wer Verantwortung übernimmt.
Wer auch unangenehme Entscheidungen mitträgt.

Ein Gespräch auf Augenhöhe schafft oft mehr Bindung als jede zusätzliche Klausel im Vertrag.

Es entscheidet, ob jemand nur unterschreibt.
Oder wirklich antritt.
Und bleibt.

Wie viel Raum bekommt dieses Gespräch in deinen Auswahlprozessen?

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Melanie Kleemann

Mit dreifacher internationaler Vorstandserfahrung, unter anderem für die IKEA Group, Vorwerk International und die Peek & Cloppenburg Gruppe, blickt Melanie Kleemann auf eine umfassende Karriere entlang der gesamten Value Chain zurück. Ihr Herzstück und ihre Leidenschaft lagen dabei seit jeher in den Bereichen kommerzielles Wachstum sowie (digitale) Transformation.

Ihre internationale Führungskompetenz wurde maßgeblich durch globale Rollen und mehrjährige Auslandsaufenthalte in Schweden und der Schweiz geprägt.

Melanie ist Partner bei TALENTspy und verantwortet die Bereiche Commercial Excellence, Consumer&Retail, Private Equity. Mit feinem Gespür für Markt-Dynamiken und exklusivem Zugang zu Spitzenkräften unterstützt sie Corporate-Entscheider, Private-Equity-Investoren, Gesellschafter und Aufsichtsräte dabei, kritische Schlüsselpositionen diskret, treffsicher und mit nachhaltigem Wertzuwachs zu besetzen.