Top-Besetzungen scheitern nicht an Bewertungsmatrizen. Sie scheitern, weil das Gespräch auf Augenhöhe fehlt

Meine Partner und ich sehen viele Prozesse, in denen alles formal stimmt.

Strukturierte Interviews.
Klare Bewertungsmatrizen.
Saubere Protokolle.

Auf dem Papier passt es und trotzdem bleibt ein Restzweifel.
Ein Mandat ist mir dabei besonders im Kopf geblieben.

Die Lage war komplex, mit (wie sehr häufig) hohem Zeitdruck.
Viele Gesellschafter am Tisch und es stand viel auf dem Spiel.

Alle Interviews waren geführt.
Alle Unterlagen geprüft.
Alle Scores lagen vor.

Und trotzdem war die Entscheidung noch offen.

Am Ende gab es einen zusätzlichen Termin.
Kein weiteres Assessment.
Kein großes Panel.

Nur zwei Personen im Raum:
Der designierte CEO und der Hauptgesellschafter.

Zwei Stunden Austausch.
Offen.
Direkt.
Ohne Agenda.

Kein Pitch, keine Folien und auch keine vorgefertigten Fragen.

Sie haben über Erwartungen gesprochen, über Konflikte, Vertrauen und
über die erste Krise, die sicher kommt.

Sie haben geklärt:
Wie treffen wir Entscheidungen.
Wie gehen wir mit Fehlern um.
Wer steht wann hinter wem.

Danach war die Entscheidung klar.
Für alle.

Was dort passiert ist, lässt sich kaum messen.
Kein Tool bildet das ab.
Man spürt es.

Persönliche Präsenz zeigt die Ernsthaftigkeit und sie macht deutlich:
Diese Besetzung ist Chefsache.

Gerade in Transformationen ist das entscheidend, starke Führungskräfte wollen wissen, mit wem sie wirklich arbeiten.

Wer im Sturm neben ihnen steht.
Wer Verantwortung übernimmt.
Wer auch unangenehme Entscheidungen mitträgt.

Ein Gespräch auf Augenhöhe schafft oft mehr Bindung als jede zusätzliche Klausel im Vertrag.

Es entscheidet, ob jemand nur unterschreibt.
Oder wirklich antritt.
Und bleibt.

Wie viel Raum bekommt dieses Gespräch in deinen Auswahlprozessen?

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