Ich habe skaliert – und dann gemerkt: Das ist nicht mehr das, was ich will.

In den nächsten Wochen teile ich immer am Freitag meine Erfahrungen als Unternehmer mit euch.

Als ich vor über 20 Jahren gegründet habe, hatte ich ein Ziel:
Etwas aufbauen, das Bestand hat mit einem Team, dem ich vertrauen kann und
Kunden, mit denen ich auf Augenhöhe arbeite.

Also haben wir skaliert. Aus München raus bis in die D-A-C-H Region.
Wir hatten mehr Mandate, mehr Sichtbarkeit und natürlich deutlich mehr Verantwortung.

Ein paar Jahre lief alles nach Plan. Ich war stolz. Wir waren etabliert. Die Prozesse liefen reibungslos, ich hatte ein gutes Team von 30 Mitarbeitern, und war oft unterwegs – London, Zürich, Frankfurt.

Von außen betrachtet: ein solides Erfolgsmodell.
Aber innerlich habe ich gemerkt, dass mich genau das nicht mehr erfüllt.
Ich war nicht mehr so frei in meinen Entscheidungen. Es brauchte immer mehr Abstimmungen als Gespräche, mehr Strukturen als Gestaltungsfreiraum. Ich war nicht mehr nah genug am Umsatz, an meinen Klienten und Kandidaten. Ich war mehr mit dem Management beschäftigt als mit dem, was ich wirklich gut kann und gerne mache.

Ich erinnere mich noch gut, wie ich an einem lauen Sommerabend 2015 mit meinen Partnern auf der Terrasse saß, ein Glas Wein in der Hand und uns fragten:
Wollen wir so weitermachen?
Oder wollen wir wieder näher dran sein, an den Menschen, an den Themen, am eigentlichen Geschäft?

Uns wurde klar: Wir hatten uns zu weit vom unternehmerischen Kern entfernt.

Also haben wir eine Entscheidung getroffen, aus unternehmerischer Klarheit heraus.
Wir wollten wieder selbst steuern, nicht nur Strukturen verwalten, sondern Verantwortung tragen, wo es wirklich drauf ankommt.

Also haben wir bewusst reduziert. Weniger Komplexität, mehr Freiheit.
Kleineres Team, mehr Eigenverantwortung. Weniger Prozesse, mehr Nähe.
Ein Umfeld, das Unternehmertum wieder möglich macht, auch im Kleinen.

Heute arbeiten wir wieder direkt mit unseren Klienten. Wir hören zu und begleiten selbst.

Und genau das macht für mich den Unterschied.

Wenn ich heute mit jungen Unternehmern spreche, sage ich:
Skalierung ist kein Muss. Frag dich lieber früh: Wofür das alles?

Gerade wenn sich etwas verändert – im Unternehmen oder im eigenen Leben – werden diese Fragen zentral:

Passt das Modell noch zu dir? Und welches Leben willst du wirklich führen?

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