90% der Führungskräfte scheitern an der Frage nach ihrem USP

„Warum sollten wir ausgerechnet Sie einstellen?“

Nach meinen letzten 50 Interview Gesprächen musste ich feststellen: 90 % aller Führungskräfte geraten bei dieser Frage ins Stottern oder Phrasendreschen.
Sie zählen dann Meilensteine auf, nennen Umsatzzahlen oder flüchten sich in Phrasen wie „Mein Leadership“ „Ich bin extrem umsetzungsstark“ etc.
Warum ist das so? Warum fällt es selbst gestandenen CSOs, CCOs oder CROs so schwer, ihren eigenen USP zu benennen?
Weil dein USP für dich selbst meist unsichtbar ist.
Es ist die Psychologie der eigenen Exzellenz: Was du phänomenal gut kannst, dich von anderen unterscheidet, fällt dir so extrem leicht, dass es sich für dich Selbstverständlichkeit anfühlt und nicht wie etwas besonderes.
Das ist unser blinder Fleck. Und hier passiert es dann häufig, dass eine erlernte Kernkompetenz mit dem USP verwechselt wird:

→ Eine B2B-Sales-Strategie zu bauen oder ein Reorganisations-Projekt zu leiten, ist eine erlernte Kompetenz. Das können hunderte andere auf deinem Level auch.
→ Dein USP ist deine persönliche Eigenschaft, also die Art und Weise, wie dein Gehirn Probleme verdaut und wie du Impact erzeugst.

Oder wie man so schön sagt:
Dein USP ist genau das, was Menschen über dich sagen, wenn du nicht im Raum bist. Wie deckst du diesen blinden Fleck auf und übersetzt ihn in C-Level-Autorität? Es gibt ein paar einfache Ansätze, wie du deine Superpower herausschälen kannst:

1_Die „Mühelosigkeits-Analyse“
Suche nicht dort, wo du hart gekämpft hast, sondern wo du Ergebnisse geliefert hast, ohne ins Schwitzen zu geraten. In welchen Situationen fragen dich andere „Wie hast du das so schnell gelöst?“, während du dachtest „Das war doch gar kein Aufwand“? Genau da schlummert deine natürliche Leichtigkeit.
2_Das Fremdbild-Decoding (Die Flur-Frage)
Frag vertraute Weggefährten, Ex-Kollegen oder Beiräte: „Wenn die Hütte brennt, für welche Eigenschaft und welchen Impuls holt man MICH in den Raum?“ Was die anderen sagen, wenn du nicht im Raum bist, ist dein echter Marktwert.
3_Persönliche Eigenschaft x Business-Impact
Hör auf, deinen CV aufzuzählen. Übersetze deine persönliche Eigenschaft direkt in das Ergebnis für den Investor. Nicht: „Ich bin analytisch.“ Sondern: „Ich besitze die Eigenschaft, im komplexen Datenchaos innerhalb von 48 Stunden die 2 Stellschrauben zu isolieren, die die Rohmarge sichern.“

Fazit:
Dein USP ist kein künstliches Marketing-Konstrukt. Er ist das, was dir mühelos gelingt, während andere daran verzweifeln. Wer diesen blinden Fleck auflöst, muss im Interview nicht mehr „pitchen“, er beschreibt schlicht seine Natur.
Weißt du spontan, was andere über dich sagen, wenn du den Raum verlässt?

Du willst deinen blinden Fleck auflösen und deinen C-Level-USP so schärfen, dass daraus eine differenzierende Positionierung in deinem CV wird und du im verdeckten Markt direkt bei den echten Entscheidern am Tisch landest? Lass uns sprechen: Link in den Kommentaren.

Share the Post:
Nach oben scrollen
Foto_Melanie_Webpage

Melanie Kleemann

Mit dreifacher internationaler Vorstandserfahrung, unter anderem für die IKEA Group, Vorwerk International und die Peek & Cloppenburg Gruppe, blickt Melanie Kleemann auf eine umfassende Karriere entlang der gesamten Value Chain zurück. Ihr Herzstück und ihre Leidenschaft lagen dabei seit jeher in den Bereichen kommerzielles Wachstum sowie (digitale) Transformation.

Ihre internationale Führungskompetenz wurde maßgeblich durch globale Rollen und mehrjährige Auslandsaufenthalte in Schweden und der Schweiz geprägt.

Melanie ist Partner bei TALENTspy und verantwortet die Bereiche Commercial Excellence, Consumer&Retail, Private Equity. Mit feinem Gespür für Markt-Dynamiken und exklusivem Zugang zu Spitzenkräften unterstützt sie Corporate-Entscheider, Private-Equity-Investoren, Gesellschafter und Aufsichtsräte dabei, kritische Schlüsselpositionen diskret, treffsicher und mit nachhaltigem Wertzuwachs zu besetzen.