Vor wenigen Tagen saß ich im Mandatsgespräch:
Hier legte mir der Kunde ein top Anforderungsprofil vor. Branchenerfahrung, Führungsspanne, Track Record, alles sauber aufgeschrieben.
Nach 30 Minuten wurde uns beiden klar: Das Papier beschreibt noch die Vergangenheit, nicht die Zukunft der Organisation, in welcher der Kandidat Impact generieren soll.
Das passiert mir in meinen Jahren im Executive Search tatsächlich häufiger, besonders bei komplexen Transformationen:
Ein Profil kann noch so präzise sein. Wenn die strategische Frage dahinter falsch gestellt ist, führt die genaueste Suche zielsicher zur falschen Person.
Mein Ansatz in kritischen Situationen:
Ich starte fast nie mit der Rolle oder dem Lebenslauf.
Ich starte mit der 12-Monats-Perspektive:
1_ Welche 2–3 Prioritäten müssen sich im Geschäft in den nächsten 12 bis 18 Monaten messbar verändern? (Value Creation, Turnaround, Skalierung)
2_ Welches Führungsprofil, welche Persönlichkeit, kann exakt diesen Hebel bewegen?
3_ Und erst dann: Welche Hard Facts muss der Kandidat mitbringen?
Das kostet im initialen Sparring etwas mehr Zeit. Am Ende spart es dem Beirat, CEO oder Investor monatelange Fehlbesetzungen und sechsstellige Opportunitätskosten.
Ein Briefing sollte kein Katalog von Vergangenheits-Skills sein, sondern die Übersetzung einer Business-Herausforderung in Führung. Ganz besonders, wenn es sich um „Special Situations“ handelt, wie z.B.: Turnaround, Carve-out, Transformation, Restrukturierung, Value Creation etc.
Andreas Christl
Managing Partner
TALENTspy Executive Search for Special Situations
WHEN LEADERSHIP MATTERS MOST!