Können Sie programmieren?“ – Diese Frage ist auf dem C-Level Quatsch.
Aber…
Kein einziges Interview kommt heute noch ohne KI-Kompetenzfragen aus.
Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die meisten Kandidaten kennen Gemini oder Claude und wissen, dass man eine Frage stellen kann, die mehr oder weniger korrekt beantwortet wird. Diese pure Nutzung ist für Führungskräfte künftig viel zu wenig. Was auch von 40+ und 50+ Führungskräften heute schon erwartet wird, sind explizite KI-Kenntnisse.
Diese Testfälle sehen wir bereits in realen Auswahlprozessen – nicht als Zukunftsvision, sondern als gelebte Praxis in Einstellungsverfahren:
👉 Der Live-Case: Der Kandidat erhält 30 Minuten und einen KI-Zugang, um einen Business Case zu strukturieren – etwa eine Markteintrittsanalyse. Bewertet wird nicht das Ergebnis allein, sondern wie er die KI führt: Kontext, Iteration, kritische Prüfung.
👉 Claude oder vergleichbare Projects im Praxistest: Aufgabe ist es, ein Projekt mit Strategiepapieren und Kennzahlen als Wissensbasis aufzusetzen und daraus ein Board-Reporting zu entwickeln. Wer nur einen Chat öffnet, fällt durch.
👉 Der Fehler-Test: Der Kandidat bekommt eine KI-generierte Finanzanalyse mit eingebauten Halluzinationen. Findet er sie? Kritische Output-Bewertung ist die vielleicht wichtigste Führungskompetenz im KI-Zeitalter.
👉 Die Tool-Landkarte: Welche spezifischen KI-Agenten würden Sie in Finance, Vertrieb oder Operations einsetzen – und warum? Wer hier nur ein beliebiges KI Tool nennt, hat die letzten zwei Jahre verschlafen.
👉 Die Delegationsfrage: Welche Aufgaben Ihres Bereichs geben Sie an KI-Agenten, welche an Menschen – und wie führen Sie beide? Hier zeigt sich strategisches KI-Verständnis.
Was Unternehmen von Führungskräften konkret fordern:
→ Kenntnis der relevanten KI-Agenten für die eigene Funktion – nicht nur der großen Namen
→ Fähigkeit, mit Projekten, Skills und strukturiertem Kontext zu arbeiten statt nur Fragen zu tippen
→ Urteilskraft: KI-Output validieren, Grenzen und Risiken kennen
→ Governance-Bewusstsein: Datenschutz, EU AI Act, Compliance
→ Führung hybrider Teams aus Menschen und KI-Agenten
Mein Rat an Executives: Warten Sie nicht auf das erste Interview, in dem Sie live vor einem KI-Tool sitzen. Bauen Sie jetzt Ihre Praxis auf – ein eigenes Claude-Projekt für Ihren Verantwortungsbereich ist ein besserer Karriereschritt als jedes Zertifikat.
Die Frage im Interview lautet nicht mehr „Nutzen Sie KI?“, sondern „Zeigen Sie mir, wie.“