Chancen und Risiken beim Einsatz von Interims Management

Der Einsatz von Interim Managern kann sowohl eine wertvolle Chance als auch eine finanzielle Mehrbelastung darstellen. Interimsmanager bieten schnelle Verfügbarkeit und Flexibilität, insbesondere in Krisensituationen, bei personellen Engpässen oder Performance Problemen des aktuellen Managements.

Ggf. spezialisierte Expertise in Teilbereichen (Werksschließungen, Refinanzierung mittels Private Debt, Vertriebs-Incentive Systeme) ermöglicht es, komplexe Herausforderungen effizient zu bewältigen und Unternehmensprozesse gezielt zu optimieren. Zudem agieren sie unabhängig von interner Unternehmenspolitik, was konsequente Veränderungen fördert.

Ein wesentlicher Vorteil ist die schnelle Verfügbarkeit. Gerade in Situationen, in denen kurzfristig Führungskompetenz benötigt wird – sei es durch plötzliche personelle Engpässe, unerwartete Marktveränderungen oder dringende Restrukturierungsmaßnahmen – können sie unmittelbar einspringen und Verantwortung übernehmen.

Allerdings sind die Kosten für Interim Manager oft höher als die von festangestellten Führungskräften, was die Betriebskosten bei kleineren Assets beeinflussen kann – insbesondere, wenn sich der Einsatz unvorhergesehen verlängert. Demgegenüber stehen höhere Opportunitätskosten durch das Festhalten an einem schlechten Management oder an einer Personallücke. Wir haben das schon mehrfach gesehen. Es führt fast immer zu Problemen.

Ein Risiko besteht in der potenziellen Abhängigkeit vom Interim Manager: Verlässt dieser das Unternehmen zu schnell, können Führungslücken und Unsicherheiten entstehen. Zudem bleibt oft wenig Zeit für eine tiefgehende Integration in die Unternehmenskultur, was die Akzeptanz der getroffenen Maßnahmen bei den Mitarbeitern erschweren kann.
Besonders in der Mitte der Halteperiode eines Investments sind Interim Manager gefragt, um Restrukturierungen durchzuführen oder operative Verbesserungen umzusetzen.

Ihre Aufgabe besteht oft darin, harte Einschnitte und Kostensenkungen zu realisieren, um das Unternehmen auf Kurs zu bringen. Nach Abschluss dieser Maßnahmen erfolgt oft ein Wechsel: Ein neuer CFO wird eingestellt, um das Team neu zu motivieren und die langfristige Stabilität zu sichern.

Der Einsatz von Interim Managern bleibt eine strategische Entscheidung, die gut durchdacht sein will. Die Balance zwischen Kosten, Unabhängigkeit und Integration in das Unternehmen ist dabei der Schlüssel zum Erfolg.

Letztlich hängt der Erfolg dieses Instruments jedoch von einer klaren Definition der Ziele und einer engen Abstimmung mit dem bestehenden Managementteam ab. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Interim Manager nicht nur kurzfristige Lösungen bieten, sondern auch langfristigen Mehrwert schaffen.

Angesichts der Bedeutung flexibler Lösungen hat TALENTspy mit Sarah Beumer einen Bereich Corporate Finance & Interim geschaffen, der die Kompetenz im Corporate Finance gezielt ausbaut und den klassischen Bereich Finance – Operations sinnvoll ergänzt.

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Melanie Kleemann

Mit dreifacher internationaler Vorstandserfahrung, unter anderem für die IKEA Group, Vorwerk International und die Peek & Cloppenburg Gruppe, blickt Melanie Kleemann auf eine umfassende Karriere entlang der gesamten Value Chain zurück. Ihr Herzstück und ihre Leidenschaft lagen dabei seit jeher in den Bereichen kommerzielles Wachstum sowie (digitale) Transformation.

Ihre internationale Führungskompetenz wurde maßgeblich durch globale Rollen und mehrjährige Auslandsaufenthalte in Schweden und der Schweiz geprägt.

Melanie ist Partner bei TALENTspy und verantwortet die Bereiche Commercial Excellence, Consumer&Retail, Private Equity. Mit feinem Gespür für Markt-Dynamiken und exklusivem Zugang zu Spitzenkräften unterstützt sie Corporate-Entscheider, Private-Equity-Investoren, Gesellschafter und Aufsichtsräte dabei, kritische Schlüsselpositionen diskret, treffsicher und mit nachhaltigem Wertzuwachs zu besetzen.